Die Bergbaugeschichte der Gemeinde Limberg bei Wies
Teil 1 – Limberg an Schacht und Stollen von Gerfried Schmidt – leider vergriffen
Teil 2 – Limberg im Schatten der Schlösser von Gerfried Schmidt – im Gemeindeamt erhältlich – EUR 20,00
Teil 3 – Limberg in schweren Stunden von Gerfried Schmidt – im Gemeindeamt erhältlich – EUR 25,00
Die Ortsgemeinde Limberg ist 1850 aus den Katastralgemeinden Limberg und Mitterlimberg geschaffen worden, seit 1949 nennt sie sich „Limberg bei Wies“. 1959/60 hat sie sich im Süden geringfügig vergrößert.
Noch am Ende des 18. Jahrhunderts war das Gebiet unserer heutigen Gemeinde, vom gleichnamigen Schloss abgesehen, fast ausschließlich landwirtschaftlich geprägt; wobei Keuschler oft zusätzlich einen Nebenberuf ausübten.
1800 allerdings wurde in Steyeregg und 1849 auch in Kalkgrub mit dem Kohlenbergbau begonnen; anfangs durch private Unternehmer, die häufig wechselten. 1808 bis 1872 gab es bei den Herrenhäusern (am heutigen Südrand der Gemeinde) sogar eine Alaunfabrik, die den kaum verkäuflichen Kohlenschiefer verwertete.
Ein steiler Aufschwung setzte ein, als 1871 die GKB das Werk Steyeregg erwarb. Im selben Jahr wurde die Eisenbahnlinie von Lieboch nach Wies eröffnet. Ein halbes Jahrhundert lang führte der Gleiskörper bis in den Steyeregger Graben herauf, wo der Marienschacht groß ausgebaut wurde. 1872/73 entstand die Bergarbeiterkolonie. 1874 nahm in einem ehemaligen Bauernhof die Werksschule den Unterrichtsbetrieb auf; sie wurde 1925 an ihren heutigen Standort verlegt und ist seit dem Ende des Bergbaues eine staatliche Volksschule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt Steyeregg eine eigene Feuerwehr, das kulturelle Leben blühte. Gerade in den wirtschaftlich schwierigen Zwischenkriegsjahren stellte auch der Bergbau nach und nach seinen Betrieb ein, Massenarbeitslosigkeit und politische Radikalisierung waren die Folgen. 1932 wurde der riesige Rauchfang des Marienschachtes gesprengt.
In Kalkgrub hatte die GKB, welche zwischendurch schon kurzfristig als Besitzerin aufgeschienen war, 1928 endgültig das Bergwerk übernommen. Bereits 1931 wurde dieses stillgelegt. Die Ruine der Sortierungsanlage am Haraldschacht wird heute vom Eisschützenverein genutzt; die ehemalige Werkskanzlei, später Buchbinderei, verfällt.
In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg versuchten noch einige Kleinunternehmer ihr bergmännisches Glück, meist mit wenig Erfolg.
1977 erhielt die Gemeinde ein Wappen verliehen, welches die 1854 vom damaligen Besitzer des Steyeregger Kohlenbergwerkes errichtete Barbarakapelle zeigt. 1997 wurde ein kleines Bergbaumuseum geschaffen, das diesen Teil unserer Geschichte veranschaulicht. Die 1926 gegründete Feuerwehrkapelle nennt sich seit 1976 „Bergkapelle Steyeregg“.
Die GKB hat ihren Grundbesitz in Limberg mittlerweile veräußert, was unserer Gemeinde nun wieder gewaltige Entwicklungsmöglichkeiten bietet – großflächige Wohnsiedlungen entstehen, denen sich ein umweltverträgliches Gewerbegebiet anschließt. Wo einst stolze Bergleute zu ihrer gefahrvollen Schicht eingefahren sind, tummeln sich heute Jugendliche auf modernen Sportanlagen.
Postadresse:
A-8551 Limberg bei Wies
Steyeregg 4
Telefon: 03465/7033-0
Fax: 03465/7033-6
gemeinde@limberg-wies.com
www.limberg-wies.com
Parteienverkehr:
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